Handeln für die Schöpfung
Schwarzweiße Kühe mit Kälbchen auf der Weide

Milchkühe auf dem Laakenhof im Münsterland. Foto: Karola Wiedemann

Nachhaltige Landwirtschaft auf kirchlichem Pachtland

Beim Verpachten an die Schöpfung denken

Seit Jahrzehnten ist die Bewahrung der Schöpfung eine der drei Säulen kirchlicher Arbeit. So wollen die Kirchen jetzt auch bei kircheneigenen Ländereien, die sie an Landwirtinnen und Landwirte verpachten, eine Vorreiterrolle einnehmen und per Pachtvertrag eine nachhaltige Landbewirtschaftung initiieren.

Immer mehr Höfe machen dicht. Immer mehr Insektenarten sterben aus. Die Biologische Vielfalt verringert sich rapide. Ein erheblicher Einfluss darauf wird der Art der Landbewirtschaftung und der Vergabe von Pachtland zugeschrieben. Wenn es um Nachhaltigkeit geht, nimmt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle ein. Die Kirchen engagieren sich vielerorts bei der eigenen Bewirtschaftung schon seit langem für eine nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen. Jetzt soll auch bei der Vergabe von kirchlichem Pachtland die Bewahrung der Schöpfung deutlicher in den Mittelpunkt rücken.

Transparent vergeben

Als Eigentümer von Kirchenland - oft sind das Kirchengemeinden – können die Kirchen bei der Verpachtung transparent und aufgrund von sozial- und umweltverträglichen Kriterien die Pächterinnen und Pächter auswählen und dann entsprechende Rahmenbedingungen und eine ökologische und nachhaltige Ausrichtung in die Pachtverträge aufnehmen.

Nachhaltig verpachten

Wie sieht Nachhaltigkeit beim Verpachten von Acker- und Grünland konkret aus? Um den ländlichen Raum weiter zu stärken, werden ortsansässige Landwirtinnen und Landwirte gegenüber überregionalen Unternehmen bevorzugt. Und neben dem geldwerten Ertrag für den Verpächter oder die Verpächterin in Form des Pachtzinses stehen Ökologie, Soziales und Ökonomie mit dem Fokus auf Ökologie im Vordergrund.

Ökologische Maßnahmen

Und die Umsetzung bei Kirchenland? Im Dialog zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Kirche und dem Pächter oder der Pächterin wird der angestrebte ökologische Mehrwert für die Pachtfläche erörtert. Den ökologischen Mehrwert liefern beispielsweise Vertragsnaturschutz, Agrarumweltmaßnahmen, reduzierter Einsatz von externen Betriebsmitteln, wie Pestiziden und Mineraldünger, oder eine Umstellung auf ökologischen Landbau. Teilweise können dafür staatliche Fördergelder beantragt werden. Die vereinbarten Maßnahmen werden dann in den Pachtvertrag aufgenommen.

Naturkapitalien erhalten und stärken

Was bringt das? Die ökologischere Verpachtung von Kirchenland fördert eine starke Nachhaltigkeit, die Naturkapitalien, wie natürliche Umwelt, Tiere, Pflanzen und Rohstoffe, und Naturgüter, wie Boden, Luft und Wasser, erhält und stärkt. Sie fördert die Biologische Vielfalt und dient dem Klima- und Wasserschutz.

Nachhaltige Landwirtschaft

So ist eine nachhaltige Landwirtschaft von Ökologie, Sozialverträglichkeit, Vielfalt, artgerechter Tierhaltung, Regionalität und einer Ökonomie, die dem Leben dient, geprägt. Sie ist multifunktional, indem sie gleichzeitig Lebensmittel für die Verbraucherinnen und Verbraucher, Existenzgrundlage für die Erzeugerinnen und Erzeuger und eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Gütern für die Bürger und deren Umwelt samt funktionierendem Ökosystem bereitstellt.

Nachhaltige Landwirtschaft bringt Vieles unter einen Hut

 

Weltweit

Hinzu kommt die internationale Dimension: Die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 UN-Nachhaltigkeitszielen bedeutet für die deutsche Landwirtschaft, dass sie nach dem „do no harm – Ansatz“ negative Auswirkungen auf Menschen und Natur in anderen Ländern vermeidet.

Ernährungswende

Über allem steht, dass wir nicht auf Kosten nachfolgender Generationen leben und wirtschaften dürfen. Eine weltweit nachhaltige Landwirtschaft muss deshalb auch mit einer Ernährungswende, vor allem in den Industrieländern, hin zu einer „Ethik des Genug“ einhergehen.

Auf Scheunenwand aufgemalte Kühe und Slogans in veschiedenen Sprachen

Weltweit solidarisieren sich Bauern und Bäuerinnen für eine sozial gerechte Landverteilung

Foto: Karola Wiedemann

So kann'S gehen