Handeln für die Schöpfung
Insekt auf Margeritenblüte Foto: H. Mühlenmeier
Foto: Heinrich Mühlenmeier

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Beim Fleischkonsum gehe es um eine Schlüsselfrage des globalen Klima- und Umweltschutzes und der Gerechtigkeit, ist eine Kernaussage der in der Broschüre veröffentlichten Studie der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Verhältnis zwischen Tier und Mensch, im Verhältnis zwischen einzelnen Völkern und ihren Landwirtschaften, im Verhältnis der gegenwärtigen zu zukünftigen Generationen und im Verhältnis zur Schöpfung stünden insgesamt auf dem Spiel, heißt es darin. Eine Ernährungswende in Verbindung mit einer agrar-ökologischen Wende werde von internationalen Expertenteams für möglich gehalten, auf nationaler und auch auf globaler Ebene. Es sei möglich, die bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf der Erde lebenden zehn Milliarden Menschen gesund zu ernähren, ohne die Natur zu zerstören – auf die provokative Formel gebracht: Iss nur 43 Gramm Fleisch pro Tag, rette die Welt. Die ethische Debatte über die Zukunftsfähigkeit unserer Modelle von Fleischkonsum, Ernährung und Landwirtschaft sei in einer neuen Radikalität fortzuführen und zu verbreitern, erklärt die EKD. Sie sieht das auch vor dem Hintergrund, dass derzeit weltweit zwei Drittel des Ackerlands für den Anbau von Tierfutter genutzt werden, auch für Tierfutter das in Deutschland importiert wird und es ermöglicht, dass Deutschland weltweit drittgrößter Fleischexporteur ist. Die Studie liefert einen umfassenden Überblick und zahlreiche Fakten und Hintergründe zu den gesellschaftlichen Zusammenhängen und Entwicklungen im Bereich der Fleischproduktion in Deutschland und im globalen Kontext. Die EKD skizziert in der Studie sowohl die tierethischen und theologischen Aspekte des Umgangs mit Mitgeschöpfen in der Nutztierhaltung als auch die mit der Massentierhaltung und der massiven weltweiten Zunahme des Fleischhungers verbundenen ökologischen, entwicklungspolitischen und auch gesundheitlichen Auswirkungen auf das Klima, die Biologische Vielfalt, aber auch auf die weltweite Ernährung. Vor diesem Hintergrund fordert die EKD beispielsweise bei der anstehenden Umgestaltung der EU-Agrarpolitik ab 2021 Anreize für mehr Tierwohl und Tiergesundheit. Die Kontrollbefugnisse der Tierärzte seien zu stärken und Tiertransporte aus der EU in Drittstaaten zu stoppen. Global sollen verbindliche gesetzliche Vorgaben und Minimalstandards von ökologischer Nachhaltigkeit und Tierwohl vertieft, die Entwicklungs- und Handelspolitik neu ausgerichtet, die Nutztierhaltung verbessert und eine Anpassung des Fleischkonsums erreicht werden. Wer sich kritisch mit dem Fleischkonsum und der Massentierhaltung auseinandersetzen will, hat mit der Broschüre eine umfassende Diskussionsgrundlage und findet darin Informationen mit direkter Quellenangabe.  

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Gedruckt für 1,90 € je Stück erhältlich E-Mail: versand@ekd.de

„Nutztier und Mitgeschöpf! Tierwohl, Ernährungsethik und Nachhaltigkeit aus evangelischer Sicht“, Ein Impulspapier der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung, Evangelische Kirche in Deutschland, EKD, EKD Text 133, 150 Seiten, Hannover 2019