Handeln für die Schöpfung
Insekt auf Margeritenblüte Foto: H. Mühlenmeier
Foto: Heinrich Mühlenmeier

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Das Institut für Theologische Zoologie zu den Misständen in der Fleischindustrie und deren Bedeutung für Mensch und Natur.

Das Institut für Theologische Zoologie äußert sich aus aktuellem Anlass zu den Zuständen in der Fleischindustrie. Foto: ITZ

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Die Fleischindustrie in ihrem Umfang und in ihrer Intensität in NRW gefährdet auch die Biologische Vielfalt. Nachdem sich das Corona-Virus unter den dortigen Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten ausbreitet, werden aber auch die ausbeuterischen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der fleischverarbeitenden Industrie und mögliche Antworten darauf breit in den Medien und in der Politik diskutiert.

Das Institut für Theologische Zoologie hat im Namen seines Vorstandes und der Kuratoriumsvorsitzenden Frau Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter, ehemals Bischöfin der Nordkirche, dazu eine Pressemitteilung vor dem Hintergrund der Bibel und der Umweltenzyklika von Papst Franziskus veröffentlicht.

Darin heißt es: „Es ist seit langem bekannt, dass in der fleischverarbeitenden Industrie großer deutscher Firmen Tausende EU-Arbeitsmigrantinnen und -migranten unter menschenunwürdigen und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Dass diese EU-Mitbürgerinnen und Mitbürger nun auch noch in großer Zahl an Covid 19 erkranken, bedrückt uns zutiefst. Die Zustände in der Fleischindustrie stehen in einem Gesamtzusammenhang einer Ausbeutung von Mensch, Natur und Tieren.

Den Preis für billiges Fleisch zahlen nicht nur die osteuropäischen Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern auch die Landwirte und die Tiere und die gesamte Ökologie. Immer noch schauen zu viele weg - wie der Priester und der Levit in der Bibel, die den Verletzten am Straßenrand sahen, aber weitergingen (Lk 10,31-32).

Wir erinnern an das Gebet von Papst Franziskus angesichts der Corona-Pandemie am 27. März auf dem Petersplatz in Rom: Wir "haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden." Um zu gesunden, müssen wir verstehen, dass es nur "eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise" gibt (Papst Franziskus, Enzyklika Laudato Si Nr. 139).

Jetzt heißt es hinschauen und handeln! Ohne den Schutz von Tier und Natur werden auch wir Menschen nicht vor weiteren Pandemien geschützt sein.“