Handeln für die Schöpfung
Foto: Gertrud Hein

Veranstaltungen

Kirchen und Religionsgemeinschaften in NRW sind vielerorts aktiv für Bienen und andere Insekten. Einige Beispiele.

Die Vereinten Nationen (UN) haben im Dezember 2017 den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Er wird in diesem Jahr zum dritten Mal begangen. Die UN möchten damit die Bedeutung der Bienen für die weltweite Ernährung unterstreichen. Ebenso sollen die Bedrohungen, unter denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten aktuell leiden, stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Nach Angaben des Weltrats für Biologische Vielfalt sorgen Bienen und andere Insekten mit ihrer Bestäubung jedes Jahr weltweit für Nahrungsmittel im Wert von bis zu 500 Milliarden Euro.

 „Die Bewahrung der Schöpfung ist Christinnen und Christen nicht nur zum Weltbienentag am 20. Mai eine Verpflichtung“, unterstreicht der rheinische Vizepräsident Dr. Johann Weusmann. „Die nachhaltige Gestaltung unserer Lebenswelt beginnt mit kleinen Schritten vor der eigenen Haustür.“ Mehr dazu

Im Kirchenkreis Kleve

Zum Beispiel im evangelischen Kirchenkreis Kleve am Niederrhein: Hundert Samentüten zum Anlegen von Blühstreifen auf Kirchengrundstücken hat der Kirchenkreis im April 2019 an seine 19 Gemeinden, sowie an alle Pfarrerinnen und Pfarrer verschickt. Daraus sollen bunte Wiesenstreifen wachsen, die Bienen und anderen Insekten neuen Lebensraum geben. Jede Samentüte enthält eine Mischung aus 20 verschiedenen Kräutern und Pflanzen. Der Samen reicht für eine Fläche von rund zehn Quadratmetern. „Die Aktion ist schnell und einfach umsetzbar. Sie soll ein positives Zeichen setzen und zum Mitmachen motivieren“, sagt die Initiatorin Ursula van Haaren. Sie ist Mitglied im Leitungsorgan des Kirchenkreises, dem Kreissynodalvorstand.  

In Bielefelder Kitas  

Auch im Erzbistum Paderborn wurden Samentütchen verteilt: 33 Kitas in katholischer Trägerschaft in Bielefeld haben schon im vorletzten Jahr kleine Tütchen mit Kräuter- und Wildblumensamen bekommen, um Wildblumenwiesen anzulegen. Mehr dazu

In Düsseldorf-Holthausen am Gemeindezentrum

Eine Blumenwiese für Bienen gibt es bereits seit 2018 vor der evangelischen Klarenbach-Kirche in Düsseldorf-Holthausen. Gemeinsam mit dem „Netzwerk Blühende Landschaften“ (mellifera.de) hat Jugendleiter Florian Langfeld mit Mitstreitern aus der Kirchengemeinde und dem Stadtteil eine Grünfläche vor der Kirche in eine blühende Sommerwiese verwandelt.  

In Bochum-Weitmar am Gemeindezentrum  

In Bochum-Weitmar hat die Evangelische Emmaus Kirchengemeinde bereits 2018 an der Kirche Blühflächen angelegt, das Anlegen fotografisch dokumentiert und ein Blühwiesenfest gefeiert. Mehr dazu 

In Düsseldorf-Hilden am Evangelischen Schulzentrum  

Das Evangelische Schulzentrum Hilden bei Düsseldorf hat eine Arbeitsgemeinschaft für schuleigene Bienenstöcke gegründet und kümmert sich um die Tiere, die auf dem Schulgelände zu Hause sind.  

An der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen  

Seit Jahren begeistert die Imker-AG an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen mit schuleigenen Bienenstöcken die Schülerinnen und Schüler fürs Imkern und führt die Jugendlichen an das Halten von Bienen heran. Beim Adventsbasar und anderen Feiern der Schule wird der Honig aus der eigenen Herstellung verkauft.

Evangelische Kirchengemeinde Bonn-Beuel  

Die Kirchengemeinde Bonn-Beuel hat eine Patenschaft für ein Bienenvolk bei einem regionalen Imker übernommen.  

In Düsseldorf am Landeskirchenamt  

Rund um das Landeskirchenamt der rheinischen Kirche in Düsseldorf blüht und summt es in der warmen Jahreszeit. Bereits 2015 wurden vier Bienenvölker auf dem Gelände angesiedelt. Eine Wildblumenwiese und Obstbäume auf dem Areal bieten den Insekten Futter. Die liefern dafür reichlich Honig. 2018 begrünten Präses Manfred Rekowski und die leitenden Mitarbeitenden noch die Außenanlagen vor dem Gebäude in der Hans-Böckler-Straße mit Blühpflanzen und Sträuchern. „Mit unserem neuen Vorgarten nehmen wir zugleich eine biblische Bitte des Propheten Jeremia auf: Pflanzt Gärten und esst ihre Früchte“, erklärte Vizepräsident Weusmann. Mehr dazu 

In Köln interreligiöse Initiative Bienen für den Frieden  

Im Kölner Jugendwerkzentrum Ehrenfeld haben Vertreterinnen und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaften schon 2018 gemeinsam mit Jugendlichen, Naturschützerinnen und Naturschützern ein Zeichen für interreligiöse Verständigung gesetzt. Christen, Buddhisten und Bahai haben gemeinsam Hochbeete für bienenfreundliche Pflanzen gebaut und die transportablen Hochbeete per Lastenrad zu den Aufstellorten auf das Gelände der jeweiligen Gemeinden gebracht. Mehr dazu  Dort wurden die Hochbeete dann befüllt und nach einem politischen Gottesdienst bepflanzt. "Da die Bienen uns alle verbinden, werden wir zu einem interreligiösen Netzwerk für Naturschutz und Frieden“, sagt Carrie Dohe, Religionswissenschaftlerin und Organisatorin der „Religiösen Naturschutzwoche in Köln und Umgebung“. Die „Religiöse Naturschutzwoche“ wurde vom Abrahamischen Forum e.V. in Darmstadt ins Leben gerufen und wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert. Aber auch der BUND, Solawi, das Katholische Bildungswerk und das Umweltamt der Stadt Köln unterstützen die friedensstiftende Umweltinitiative.

Blühwiese an der Klarenbach-Kirchengemeinde in Düsseldorf Foto: Florian Langfeld